14.06.2015

Neonazis sind im „Weltnetz“, wie sie es lächerlicherweise nennen, aktiver geworden. Neben den üblichen Parteien wie NPD, die Rechte oder neueren wie dem „Dritten Weg“, sind vor allem organisierte Gruppierungen wie autonome Nationalisten, lokale freie Kräfte und Identität in den sozialen Netzwerken aktiv. Die Parteien versuchen Bürgerlichkeit vorzutäuschen und einfache Antworten auf komplexe Fragen zu „Aufregerthemen“ zu geben um scheinbar „besorgte Bürger“ anzusprechen. Solche Themen und Bilder sind beispielsweise die Todesstrafe für Kinderschänder, Altersarmut durch Geflüchtete, „kriminelle“ Ausländer, der „mörderische“ Islam, die vermeintliche linke Kontrolle der Medien, Meinungsfreiheit, und Patriotismus. Aber sogar bei ursprünglich 1„linken Themen“ wie Umweltschutz oder Tierrechten wird versucht die Meinungshoheit zu übernehmen. So gibt es zum Beispiel die breite Aktion „Umweltschutz ist Heimatschutz“ und eine vegane Nazi-Koch Show auf YouTube.


2Solche jungen und moderneren Nazis versuchen zusätzlich mit Action und Abenteuer zu ködern. Fotos und Videos von Fackelmärschen, Zeltlagern und Großdemonstrationen gaukeln vor allem unsicheren Jugendlichen ein Gemeinschaftsgefühl und Freiheit vor, die tatsächlich in den streng hierarchischen Strukturen der Neonazis keinen Platz haben. Die Gefahren der Nutzung sozialer Medien durch Rechte liegen für Kinder und Jugendliche vor allem in scheinbar unbegrenzter Reichweite. Die Nazipropagandaseite „Umstrittener Humor“ hat auf Facebook über 150.000 „Gefällt mir“-Angaben.
Wenn auf Facebook 150.000-mal geliked und 150.000-mal wird, sehen unzählige Menschen diese Inhalte. Sie werden, wie bei Pegida zu beobachten ist, salonfähig und das ist katastrophal. Denn manchmal mehr, manchmal weniger unterschwellig, kommt immer das Gleiche rüber: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Wie weit fortgeschritten diese Tendenz ist, lässt sich in rassistischen, menschenverachtenden Kommentaren nahezu überall beobachten. Zum Glück werden Straftaten hier in letzter Zeit mehr verfolgt. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Anzeigen können mittlerweile bequem von Zuhause, z.B. auf https://onlinewache.polizei.hessen.de/ow/Onlinewache/ erstattet werden.
Nicht nur, weil viele der deutschen Webseiten über Anbieter in Amerika bereitgestellt werden, wo rechtsextreme, antisemitische und rassistische Inhalte - im Gegensatz zu Deutschland - nicht strafbar sind, ist zur langfristigen Bekämpfung jedoch mehr nötig.
Als Voraussetzung dafür, dass die Arbeit gegen rechte Hetzte im Internet nachhaltige Wirkungen entfalten kann, wird ein mehrdimensionaler Ansatz benötigt. Der Missbrauch von Angeboten und Diensten des Internets, die für Jugendliche attraktiv sind, als Propaganda-Plattform, kann zum Beispiel durch ein Monitoring, also ein Frühwarnsystem gegen die rechtsextreme Web-Szene, die es erlaubt, problematische Entwicklungen schnell sichtbar zu machen und zeitnah geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bekämpft werden. Unzulässige rechtsextreme Inhalte im In- und Ausland können oft durch die „Melde“-Funktion von den Plattformen entfernt werden. Dafür muss jedoch eine erhöhte Sensibilität für rassistische Inhalte entwickelt und gefördert werden. Bildungsangebote sind ein unabdingbarer Bestandteil. So könnten z.B. Pädagog*innen für das Problem von Hass im Web sensibilisiert werden, um Jugendliche für die inhaltliche Auseinandersetzung mit rechtsextremen Denk- und Agitationsmustern zu stärken. Bei der Entwicklung von didaktisch-methodischen Konzepten gab es in den letzten Jahren einige Fortschritte (INACH=International Network Against Cyber Hate).

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