Der Konflikt zwischen den Kirchen und der nationalsozialistischen Ideologie war aufgrund des Totalitätsanspruchs des Nationalsozialismus quasi vorherprogrammiert: Dieser forderte den Einsatz des ganzen Menschen in allen Lebensbereichen und hatte den Anspruch, selbst eine Lebenseinstellung zu sein - eine Religion, die andere Ziele verfolgte, hatte darin keinen Platz mehr. Da jedoch ein Großteil der Bevölkerung christlich geprägt war, - 62,7 Prozent gehörten der evangelischen und 32,5 Prozent der katholischen Kirche an, -  versuchte Hitler zunächst, das Christentum in seine Propaganda einzubeziehen, indem er den christlichen Glauben schon in seiner Regierungserklärung 1933 als Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung bezeichnete. Zudem versicherte er, alle Rechte der Kirchen sowie Verträge zwischen den Kirchen und den Ländern blieben bestehen.

 

J. Goebbels (1938): „Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass der Nationalsozialismus nur eine politische Lehre sei. Der Nationalsozialismus ist eine neue totale Auffassung des menschlichen Lebens, und weil er total ist, deshalb bezieht er alle Bereiche des menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns in seinen Wirkungskreis ein."

„Eine deutsche Kirche, ein deutsches Christentum ist Krampf. Man ist entweder Christ oder Deutscher. Beides kann man nicht sein."

(Hitler im Gespräch)

„Nationalsozialismus und Christentum verlangen beide den ganzen Menschen."

(Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofes)

„ ... [ich sehe] im Christentum die unerschütterlichen Fundamente des sittlichen und moralischen Lebens unseres Volkes."

(Hitlers Regierungserklärung am 23. März 1933)

Die evangelische Kirche

evangelischekircheWenn man sich die Wählerzahlen von 1932 ansieht, fällt auf, dass der Stimmenanteil der NSDAP in typisch protestantischen Gebieten oft über 60% lag, in traditionell mehr katholischen dagegen unter 30%. Diese stärkere Anfälligkeit der Protestanten gegenüber dem Nationalsozialismus lässt sich damit erklären, dass die evangelische Kirche schon historisch stärker an den Staat gebunden war als die international tätige katholische; in der Kaiserzeit war der Kaiser zugleich oberster Reichsbischof und für die Kirchengesetze zuständig. Nach Ende des Ersten Weltkriegs verlor somit die evangelische Kirche ihren politischen Rückhalt sowie die finanzielle Unterstützung durch staatliche Zuschüsse. Dies hatte zur Folge, dass auch nach Einführung der demokratischen, laizistischen Kirchenordnung der Weimarer Republik in den kirchlichen Strukturen noch viel antidemokratisches Gedankengut vorhanden war.

 

Somit sah ein großer Teil der evangelischen Christen die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 positiv: auch sie erhofften sich die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung. Auch Hitlers Kampfansagen gegen Bolschewismus und Atheismus wurden gut aufgenommen. Hitlers Antisemitismus wurde von vielen nicht kritisiert, da in einigen Teilen der Kirche ein latenter Antisemitismus vorhanden war: die Juden wurden als das Volk gesehen, das den Messias nicht angenommen hatte und missioniert werden musste. Teilweise wurden die Juden sogar als Christusmörder diffamiert.

Die Deutschen Christen

1932 gründete der preußische NS-Fraktionsführer Wilhelm Kube die „Glaubensbewegung Deutsche Christen" (GDC), welche sich bei den Kirchenwahlen in der Altpreußischen Union (APU; größter Organisationsbereich der Ev. Kirche) zur Wahl stellen sollte und dank eines geschickten Wahlkampfs auch großen Erfolg hatten. Die in den Hossenfelderschen Richtlinien dargelegten Grundsätze der GDC wollten als „Lebensbekenntnis" aufgefasst werden und beinhalteten die Schaffung einer einheitlichen deutschen Reichskirche unter zentraler Leitung, ein „positives Christentum" mit einem germanischen, heldenhaften und kämpferischen Jesusbild und das nationalsozialistische „Prinzip der Rassenhygiene". Von jedem Christen wurde erwartet, an der Erreichung der Ziele der Reichsregierung mit vollem Einsatz mitzuwirken.

Grundsätze der Deutschen Christen (Hossenfeldersche Richtlinien)

- Gleichschaltung von Kirche und Staat; einheitliche Reichskirche mit „kämpferischem Geist", Gehorsam der Mitglieder, Führerprinzip

- Antiparlamentarismus, zentrale Führung der 29 Reichskirchen: „ein Kirchenvolk werden"

- „positives Christentum": Jesus nicht als Bote des Friedens und der Gerechtigkeit, sondern als heldischer Arier und kämpferisches Vorbild

-  gegen Marxismus und Katholizismus

- Prinzip der Rassenhygiene; „Schutz des Volkes vor Untüchtigen und Minderwertigen"

- „Tat-Christentum" mit „mitstreitender Haltung"

 - diese Richtlinien als Lebensbekenntnis

„Jesus der Held soll uns Führer sein. Nicht wie der Süden den Heiland sah und schätzt, nicht Jesus als das ,Gotteslamm`, das nur klaglos litt und ohne Widerstreben sein Blut vergoß, sondern Jesus deutsch geschaut und deutsch aufgefaßt. (...) Ist dieser Jesus deutsch bis zur letzten Faser, ist hier das Ideal gelebt, das die germanische Mythe gedichtet, ist hier deutscher Geist bis in den letzten Pulsschlag oder nicht? Das heißt: Jesusreligion und Germanentum verschmelzen in einem deutschen Jesus!"

Bei der Wahl des Reichsbischofs im Mai 1933 wurde von den Reichskirchen zunächst der nicht den DC angehörige Friedrich von Bodelschwingh nominiert, der jedoch aufgrund des massiven Drucks der Deutschen Christen sein Amt schon nach einem Monat aufgeben musste, worauf die Reichskirchenleitung bei den Kirchenwahlen am 23.7.1933 an den zuvor von Hitler zum „Bevollmächtigten für Angelegenheiten der evangelischen Kirche" ernannten Ludwig Müller überging. Dank einer außergewöhnlich hohen Wahlbeteiligung gewannen die Deutschen Christen nun einen Stimmenanteil von 70% und lösten daraufhin in allen durch sie geführten Landeskirchen das parlamentarische System auf, so dass nur drei intakte Landeskirchen übrig blieben. Bei der ersten Nationalsynode unter dieser Leitung wurde der Arierparagraph durchgesetzt, welcher jeden Pfarrer und Kirchenbeamten nicht-arischer Herkunft seines Amtes enthob.

 

Infolge einer Großkundgebung im Berliner Sportpalast am 13.11.1933 verloren die Deutschen Christen stark an Glaubwürdigkeit, nachdem Hauptredner Dr. Krause die Abschaffung des Alten Testaments sowie die Streichung der Lehren des jüdischen Paulus aus dem Neuen Testament gefordert hatte: es solle nur noch der „heldische Jesus" verkündigt werden, nicht mehr die „jüdische Mitleidsmoral" des Christentums. Dieses führte zu einer Auseinandersetzung zwischen einem radikaleren und einem gemäßigteren Flügel der GDC und in der Folge zum Rücktritt Müllers sowie einer sinkenden Unterstützung durch die NSDAP. Zuvor hatte Müller noch vergeblich versucht, Hitlers Sympathie zurückzugewinnen, indem er ohne Rücksprache und gegen deren Willen sämtliche evangelischen Jugendverbände in die Hitler-Jugend überführte. Aus einer Abspaltung der an Macht verlierenden GDC bildete sich schließlich die Nationalkirchliche Bewegung Deutsche Christen, welche bis Kriegsende führend in der Deutschen Evangelischen Kirche bleiben sollte.

Die Bekennende Kirche

„... Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugung überlassen.

... Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden."

(aus der Gründungserklärung der Bekennenden Kirche)

deutschechristenAls Widerstandsbewegung gegen die durch die Deutschen Christen verbreiteten Irrlehren gründete sich Anfang 1934 die Bekennende Kirche. Sie entstand aus dem von Martin Niemöller zum Schutz durch den Arierparagraphen betroffener Kirchenbeamten gegründeten „Pfarrernotbund" und hatte auch Dietrich Bonhoeffer sowie den Schweizer Theologen Karl Barth als Gründungsmitglieder. Zentrale Aussage der von Karl Barth auf der ersten Reichsbekenntnissynode verfassten Gründungserklärung („Barmer Erklärung") ist eine alleinige Verpflichtung des Christen auf das Bekenntnis zu Jesus Christus, wobei die Kirche sich weder der jeweils herrschenden staatlichen Macht anpassen noch „zu einem Organ des Staates" werden sollte. Bald entstanden im Reich verstreute „Bekennende Gemeinden" sowie den Kirchenleitungen der Deutschen Christen entgegengestellte Leitungsorgane, die sogenannten Bruderräte. Dies bedeutete eine Kirchenspaltung: Die Bekennende Kirche verstand sich mit der bald ins Leben gerufenen „Vorläufigen Kirchenleitung" (VKL) als die rechtmäßige Evangelische Kirche, als was sie nach 1945 auch anerkannt werden sollte. In den Jahren 1934-37 kam es mehrmals zu Spaltungen innerhalb der Bekennenden Kirche, da konservative Teile der BK die Zusammenarbeit mit der deutschchristlichen Reichskirche befürworteten. Ein wichtiges ideologisches Bindeglied war hierbei der Antikommunismus. Da Ludwig Müller die Erörterung kirchenpolitischer Vorgänge und Heinrich Himmler die Ausbildung von Pastoren durch die BK verboten hatten, kam es zu einigen Verhaftungen, darunter 1937 Martin Niemöller, welcher an der Veröffentlichung illegaler Stellungnahmen mitgewirkt hatte und bis Kriegsende im KZ Sachsenhausen inhaftiert war. Zu Kriegsbeginn gab es einen Amnestieerlass für laufende Kirchenrechtsprozesse, doch im Gegenzug wurden viele regimekritische Christen zum Kriegsdienst einberufen. Kirchliche Handlungen wie Taufe und Konfirmation wurden durch Parteifeiern ersetzt. 1941 wurden alle getauften Juden aus ihren Ämtern entlassen; Proteste von seiten der VKL mit der Argumentation, dies schließe auch Jesus und die Apostel selbst aus der Kirche aus, hatten keine Wirkung. Zeitweise wurden sämtliche VKL-Vertreter inhaftiert und durch verschiedene Regierungsmaßnahmen  - zum Beispiel wurden keine Pfarrergehälter mehr ausgezahlt - gelang es, der Kirche in den letzten Kriegsjahren fast jeden Einfluss zu nehmen.

Die katholische Kirche

„Diese Bewegung hat scheinbar ein Kreuz zum Abzeichen, aber es ist nicht das Christuskreuz; es ist ein Kreuz, das an den Enden abgebogen ist, ein Kreuz, das zeigen soll, dass man auch die christliche Lehre abbiegt, wie man sie braucht."

(Rede auf dem Katholikentag 1931)

„Ich müsste mich sehr, sehr täuschen, wenn dies hier ein gutes Ende nehmen sollte. Dieser Mensch [Hitler] ist völlig von sich selbst besessen, alles, was ihm nicht dient, verwirft er, was er sagt und schreibt, trägt den Stempel seiner Selbstsucht, dieser Mensch geht über Leichen und tritt nieder, was ihm im Weg ist ...  wer von all diesen hat überhaupt das haarsträubende Buch „Mein Kampf" gelesen?"

Eugenio Pacelli, späterer Papst Pius II.,

über Hitler in einer Ansprache 1929

Wie bereits dargelegt, war die Kritik am Nationalsozialismus innerhalb der katholischen Kirche tendenziell größer als in der evangelischen; zudem wurde die katholische Kirche aufgrund ihrer Internationalität von den nationalsozialistischen Machthabern als größere Bedrohung angesehen. Schon vor 1933 wurde sich kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt und von Bischöfen mehrere Unvereinbarkeitsbeschlüsse herausgegeben, welche sich vornehmlich gegen das Neuheidentum sowie die Rassen- und Euthanasielehre richteten. 1930 gab es den Beschluss, kein katholisches Kirchenmitglied könne „eingeschriebenes Mitglied der Hitlerpartei" sein. Dies änderte sich, nachdem das Zentrum März 1933 die Zustimmung zu Hitlers Ermächtigungsgesetz gab und ihm somit zur notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit verhalf. Nun bezeichnete ein Hirtenbrief der Bischofskonferenz die früheren Warnungen als unnötig und erlaubte den Katholiken, abgesehen von Klerikern, die Mitgliedschaft in der NSDAP. Schon im April 1933 kam es zum Abschluss eines Reichskonkordats der deutschen Regierung mit dem Vatikan, welches der Kirche ihre institutionelle Selbstverwaltung sowie die freie Verbreitung ihres Bekenntnisses garantieren sollte, ihr jedoch gleichzeitig jede politische Betätigung verbot. Nachdem es zuvor einen starken „Politischen Katholizismus" mit diversen demokratisch und von der Kirchenleitung unabhängig organisierten Verbänden gegeben hatte, wurde dieser nun, wo die Gleichschaltung auch die Kirche erreichte, verboten - ohne Widerspruch der Amtskirche, die dadurch ihre Position gestärkt sah.

Schon in den Jahren 1933-37 kam es zu ständigen Brüchen des Reichskonkordats durch die Regierung. Ab 1935 gab es zahlreiche Verfahren und Verleumdungskampagnen gegen katholische Priester und Ordensleute, zuerst wegen angeblicher Devisenverstöße wie beispielsweise die Rückzahlung ausländischer Kredite, schließlich wegen behaupteter homosexueller Vergehen. Auf diese Weise wurden viele meist unschuldige, doch der Regierung missliebige Priester Rufmordkampagnen ausgesetzt oder ins KZ gesteckt. Der Staat erließ ein Politisches Bedenkenrecht, wonach er bei Bischofsernennungen ein Veto einlegen durfte.  1938 kam es zur endgültigen Auflösung aller katholischen Organisationen durch Beschluss Himmlers, was das katholische Leben ganz auf den innerkirchlichen Raum beschränkte. Theologische Fakultäten wurden geschlossen, die katholische Presse verboten. Nach einer öffentlichen katholischen Demonstration gegen die Konkordatsbrüche kam es zu zahlreichen Verhaftungen und Überfällen auf kirchliche Einrichtungen.

Am 1. September 1939 verbot Hitler sämtliche kirchenfeindliche Maßnahmen während des Krieges, ließ jedoch nach dem Frankreichfeldzug diverse die Kirchen betreffende „kriegsbedingte Maßnahmen" durchführen: so wurden 80.000 Kirchenglocken konfisziert, obwohl Bronze eigentlich zur Waffenherstellung nicht benötigt wurde, und Kirchenveranstaltungen nach nächtlichem Fliegeralarm erst nach zehn Uhr morgens gestattet. Im darauf folgenden „Klostersturm" wurden über 300 Klöster, kirchliche Pflegeheime etc. enteignet und aufgelöst, 1941 das morgendliche Schulgebet durch ein nationalsozialistisches Leitwort ersetzt und das Aufhängen des Kreuzes in Klassenräumen verboten, kirchliche Feiertage an Wochentagen „wegen kriegswirtschaftlicher Notwendigkeit" auf den Sonntag verlegt. Es zeichnete sich ab, was Hitler teilweise schon ankündigte: nach dem erlangten „Endsieg" eine „Endabrechnung" mit den Kirchen durchzuführen, bei der das Christentum „mit Stumpf und Stiel ausgerottet" und durch eine nordisch-germanische Volksreligion ersetzt werden sollte.

Versuche des Widerstands und die Rolle des Papstes

„Ich wurde vom Führer und Kanzler Hitler empfangen, aber sobald ich das Thema Juden und Judentum ... angeschnitten hatte, drehte sich Hitler ab, ging ans Fenster und trommelte mit den Fingern gegen die Scheibe. ... Dann drehte sich plötzlich Hitler um, ging an einen Tisch, wo ein Glas Wasser stand, faßte es und schleuderte es wütend auf den Boden. Mit dieser hochdiplomatischen ... Geste durfte ich meine Mission als beendet und gleichzeitig leider als abgelehnt betrachten."

(päpstlicher Nuntius 1939)

„Es scheint im Ausland in gewissen Kreisen die Meinung zu bestehen, dass die besonders laute Bekundung einer Sympathie für Elemente, die in Deutschland mit dem Gesetze in Konflikt geraten sind, eine Erleichterung ihrer Situation mit sich bringen könnte. ... Die Meinung beruht auf einem kapitalen Irrtum: ... Diese Unterstützung scheint nur für jene bestimmt zu sein, die das Deutsche Reich zu zerstören beabsichtigen. Wir werden aus diesem Grund in ihr in jedem einzelnen Fall nur einen zwingenden Anlaß zu einer Verschärfung unserer Maßnahmen sehen."

(Hitler in einer Rede 1939)

Besonders kontrovers wird oft die Frage diskutiert, inwiefern die römische Kirchenleitung etwas gegen den Nationalsozialismus, insbesondere den Holocaust, getan oder wo sie nur geschwiegen habe. Hierzu lässt sich sagen, dass es während der ganzen Zeit des Dritten Reichs andauernde diplomatische Auseinandersetzungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der deutschen Reichsregierung gab. Es sind mindestens 55 Protestnoten an Berlin dokumentiert, hauptsächlich aufgrund der Unterdrückung der deutschen Katholiken, dem völkisch-rassistischen Neuheidentum der Nazis und der Nichteinhaltung des Konkordats, welche jedoch vom deutschen Auswärtigen Amt kaum beantwortet wurden.  Nachdem den deutschen Bischöfen ein heimlicher Papstbesuch gelang, um über die Lage in Deutschland zu informieren, gab Papst Pius I. die Enzyklika „Mit brennender Sorge" in Auftrag, welche in einer Überraschungsaktion heimlich in ganz Deutschland verteilt wurde, ehe die Gestapo die meisten Exemplare in Beschlag nahm. 1942 gaben die beiden großen Kirchen eine gemeinsame Erklärung gegen die Judendeportation heraus, deren Verlesung jedoch dazu führte, dass die jüdischstämmigen Katholiken ins KZ deportiert wurden. Der Papst forderte die italienischen Klöster auf, Juden aufzunehmen und somit zu schützen; außerdem tauften viele Priester unerlaubterweise Juden, in der Hoffnung, sie so schützen zu können. Bischof Graf von Galen konnte durch seine Predigten gegen Kirchenkampf und Euthanasie erreichen, dass das Euthanasieprogramm offiziell weitgehend eingestellt wurde. Seine relativ zurückhaltende Kritik am Nationalsozialismus begründete Papst Pius II. (ab 1939) mit seiner Angst vor einer verstärkten Verfolgung von Kirchen und Juden, falls er sich international weiter kritisch äußern sollte. Inwieweit diese Einschätzung berechtigt war (worauf einzelne Aussagen Hitlers hinweisen) oder ein aktives Eingreifen des Papstes Menschenleben hätte retten können, ist schwierig einzuschätzen.

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Bibliographie

Insbesondere für den Abschnitt zur katholischen Kirche war das Buch „Kirche und Nationalsozialismus" von Gerhard Hartmann, erschienen 2007 im Verlag Topos plus, meine Hauptquelle und erschien mir ziemlich zuverlässig und neutral gehalten. Weitere Informationen bezog ich aus den Wikipedia-Artikeln Kirchenkampf, Bekennende Kirche und Pius II. sowie der Veröffentlichung „Der Kampf der Bekennenden Kirche im Dritten Reich" der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin (http://www.gdw-berlin.de/pdf/B04.pdf) . Einen guten und sachlichen Überblick bot  der Text „Kirchen im NS-Regime" des Deutschen Historischen Museums (http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/kirchen/index.html). Teilweise war auch der Artikel „Die deutschen Christen - Die nationalsozialistische Bewegung in der Evangelischen Kirche Deutschlands" auf http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/100677.html ganz hilfreich, auch wenn ich dem Text aufgrund seines Charakters als Schularbeit ohne weitere Quellenangaben nicht ganz traue und einiges selbst noch mal überprüft habe. Hauptsächlich als Zitatquelle diente mir das etwas ältere Buch „Die Kirchen im Dritten Reich" von Georg Denzler (fischer 1984).

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