URTEIL
Sie sehen meine Kleidung.
Sie sehen meine Haare.
Sie sehen meine Wohnung.
Und sie bilden sich ein
URTEIL!
beVOR sie einen
Blick in mich geworfen haben.
Ein solches Urteil zwingt mich
zu lächeln,
aber nicht in die Knie!

gruft2gr


gruft3gr"Anfang der Achtziger Jahre entstand die Gothic-Szene aus der Punkszene (die um 1976 herum losging) heraus. Dieser gewaltige Bruch mit der normalen Pop- und Rockmusik ließ irgendwann in den 80ern die Gothic-Musik entstehen. Der Fun-Punk hatte als düstere Parallele den Depro-Punk. Der Depro-Punk sah nur den Untergang, das Ende und No Future durch Arbeitslosigkeit, Atomverseuchung, Umweltgefahren, Chemiekatastrophen und Gen-Experimente. Die Gothic-Leute wandelten für sich die negative Einstellung in eine etwas romantisch angehauchte Philosophie um. Das Gothic-Einsteiger-Motto lautet:

Wenn schon das Ende kommt, dann wollen wir noch irgendwas draus machen". (Aus dem "Gothic-Lexikon" von Volkmar Kuhnle)

Die sog. "schwarze" Musikszene entstand in Großbritannien als "Weiter"entwicklung der düsteren, mehr introvertierten Inhalte von Punk und New Wave. Aus "New Wave" und "Dark Wave" hat sich gegen Ende der 80er Jahre der "gothische Musikstil" entwickelt. Melancholisch düstere Melodien stehen im Mittelpunkt und vermitteln das Gefühl von klassischen Musikkompositionen. Die Gothic-Szene kristallisierte sich insbesondere aus jenem Teil der Punks heraus, der sich im Gegensatz zur rebellischen Mehrheit durch einen Hang zu Introvertiertheit und Nachdenklichkeit auszeichnete. Musikalische Helden der Frühzeit waren z.B. The Cure und Depeche Mode. Das vielseitige Spektrum der Musikstile reicht(e) vom Industrial wie zum Beispiel Front 242 bis zum Neofolk (Celtic Music). Irrtümlicherweise wird immer wieder angenommen, hierbei handele es sich um Musik die von Satanisten für irgendwelche Rituale verwendet wird. Dieser Irrglauben wird von den Medien immer wieder verwendet, um Zuschauern das Gruseln zu lehren.

Wer sich einen aktuellen Überblick über Bands, Styles, Riten und Codes verschaffen will etc., kann sich z.B. über Zillo informieren, übrigens eine der meistverbreitesten kommerziellen Zeitungen der Szene. In der Rubrik Kleinanzeigen lassen sich Weltschmerz, autoaggressive Momente sowie die Bezüge zum Okkultismus gut nachvollziehen. Diese z.T. mythisch "versponnenen", esoterischen und heidnischen Elemente der Szene werden von rechtsextremen IdeologInnen als Anknüpfungspunkte instrumentalisiert, zumal Teile der Szene sich aus ihren weltanschaulichen Überlegungen heraus als eine überlegene "Seele" verstehen. Gerade auch um die Zillo entpann sich in der zweiten Hälfte der 90er Jahre heftige Diskussionen, weil zum Beispiel die "Junge Freiheit", eines der Zentralorgane der neuen Rechten, dort announcierte und teilweise Personen aus dem Umfeld derselbigen in der Zillo schrieben.

Haß
Im Chor der Engel singe ich die dunkelste Stimme,
Im Reigen der Elfen vollführe ich die obszönsten Gesten,
Im Gemälde der Magier bin ich der Fleck in den Schatten,
und im Theater der Eitelkeiten spiele ich die Hauptrolle.
ich bin dein feuchtester Alptraum,
dein meist gehaßter Herzenswunsch,
denn ich bin Tod und ewiges Leben.
Liebe mich im Haß, mein Freund. (M.)
Ab Mitte der 80er und verstärkt in den 90er Jahren wurden rechtsextreme Tendenzen in der Szene deutlich, als Bands NS-Symboliken aufgriffen und sich positiv auf rechtsextreme Vordenker (vor allem aus dem Umkreis der Neuen Rechten) bezogen. Als ein internationales Vorbild für die rechtsextreme Variante fungiert die 1981 gegründete britische Neo-Folk-Band "Death in June", deren Name für den Todesmonat des SA-Führers Ernst Röhm steht. Die Band bekennt sich zur nordischen Mythologie und heidnischen Runenlehre und erklärte in der Szene bekannte Okkultisten und rechtsextreme Autoren zu ihren Vorbildern. Sie wurde - nicht nur in Deutschland - insbesondere mit ihrer Vertonung des "Horst-Wessel-Liedes" populär. Andere international bekannte rechtsextreme Bands sind "Allerseelen" (Österreich), "Blood Axis" (USA), "Kadmon" (Österreich) und die personell eng mit "Death in June" verbundene britische Band "Sol Invictus".(siehe hierzu http://www.ida-nrw.de)

gothsZunehmend tauchten in den 90ern in Dark Wave und Gothic (Disco-)Nächten "Neue Rechte" auf, deren "Ästhetik" in Teilen der der Gothics ähnelte, und die versuchten, diese zu vereinnahmen. Spätestens seit "Rammstein", deren Ästhetik sich an die Nazi-Kultur-Ikone Leni Riefenstahl anbiedert und deren Texte zumindest bewußt ambivalent sind, von Teilen der Szene frenetisch gefeiert, und nicht zuletzt Joachim Witt mit Liedern wie "Die Flut" (das von etlichen TV-Sendern aus namhaften Gründen nicht gespielt wird) geht dieser Trend quer durch die Szene und gerade bei diesen beiden Interpreten bis in die bürgerliche Mitte. All diese Tendenzen sind auch in der Gruftszene nicht unerkannt geblieben und haben dort zum Teil heftigen Widerstand und erbitterte Debatten hervorgerufen.
SONNE MACHT ALBERN!

"Die Initiative "Grufties gegen Rechts / Music for a New Society" wurde im Mai 1998 von einigen befreundeten Bremer Gothics und Wave-Fans ins Leben gerufen. Anlässe waren eine zunehmende Genervtheit durch rechtslastige Äußerungen bestimmter Musiker, die Präsenz rechtsextremer Fanzines, Verlage und Funktionäre auf Festivals sowie ein in unseren Augen sehr unkritischer Umgang weiter Teile der Musikpresse und der Szene mit derartigen Vorkommnissen. Die genannten Probleme waren derzeit nicht neu, führten jedoch nur selten zu kritischen Diskussionen in der Szene. Wir entschlossen uns, ein Signal zu setzen und verfaßten eine öffentliche Stellungnahme, die den Aufruf enthielt, rechtslastige Zeitschriften, Bands und Verlage zu boykottieren. Die unterzeichnenden DJs, Plattenläden, Veranstalter erklärten, darauf zu verzichten, solchen Bands in Zukunft weiteren Raum in der Öffentlichkeit zu geben.
Die Broschüre "Die Geister, die ich rief..." wurde auf verschiedenen Festivals, Parties und Konzerten kostenlos verteilt. In der Folge entstanden Gruppen von antifaschistisch engagierten Gothics in ganz Deutschland z. B. in Berlin, Rostock, Hannover, Hamburg, Stuttgart, Mannheim und München. Darüber hinaus gibt es Informationsaustausch, regelmäßige Kontakte, Treffen und Zusammenarbeit mit Gothics und antifaschistisch eingestellten Menschen und Gruppen in ganz Deutschland." (zitiert nach: Initiative der Bremer findet Ihr unter http://www.geister-bremen.de)
Dort findet ihr auch den "Neuen Aufruf", der von vielen DJs und Bands unterstützt wird. Viele Clubs und Festivals werden inzwischen von Emblemen geziert, die ein durchgestrichenes Hakenkreuz zeigen. Unterstützt von Sprüchen wie:"Ihr müßt draußenbleiben" oder "Unerwünscht".
http://www.geister-bremen.deflederkl

 

Gender

Eine kleine Einführung zu den verschiedenen Geschlechtsidentitäten
als pdf k PDF-downloaden

Frei.Wild

Die Band Frei.Wild bezeichnet sich selbst als nicht politisch. Diese Aussage ist – kritisch betrachtet – jedoch sehr fragwürdig. Phillip Burger, ...weiterlesen

Kritischer Kommentar zum ersten Pegida-Papier

1. für „die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten“ als Menschenpflicht ...weiterlesen

Generation Identitaire

Rechte im Wandel- zwischen sozialem Protest und der Suche nach der Volksgemeinschaft 
...weiterlesen