skinhead1b Wenn man gewohnt ist, Musik zeitlich eindeutig und epochalen Strömungen, Kulturen und geographischen Bereichen klar zuordnen zu können, wird man bei der Oi!-Musik auf ernsthafte Probleme stoßen. Mit Sicherheit kann man sagen, dass Oi! aus dem Punk heraus entstanden ist und die Wurzeln in England liegen. Um 1976 herum, als die Einwanderungszahlen zugenommen hatten und mit ihnen der britische Rassismus, hatte auch die National Front in England eine politische Plattform gefunden. Vor allem die jungen Erwachsenen wählten die NF, nicht nur Skinheads, sondern ebenso Angehörige anderer Subkulturen wie Teds, Punks, Mods. Dabei spielte nicht nur der Nationalstolz eine entscheidende Rolle, sondern ebenso der Fakt, daß der freizügig gelebte Rassismus die liberale britische Mittelschicht schockte. Die ganze Euphorie war anfangs ein Zusammenspiel aus Protest und Provokation, was sich aber mit der Zeit zu einer ernsthaften Überzeugung stabilisierte. Dieser Prozeß wurde gefördert durch Betriebsschließungen, die Privatisierung staatlicher Betriebe und eine Reduzierung des Ausbildungs- und Bildungsbudgets unter Margaret Thatcher. Nirgendwo sonst in Westeuropa gab es so viele arbeitslose, obdachlose und verwahrloste Jugendliche wie in England. Die NF unterstützte die Skinheads in ihrer Situation und bewirkte damit bei vielen - nicht jedoch bei allen !!! - einen Ruck nach rechts. Die Musik der Skinheads spiegelte ihr gesamtes Leben wider. Themen waren Arbeitslosigkeit, Polizeirepression, Rassismus, Gewalt, Liebe, Gedanken, Gefühle, Ehrlichkeit, Klassenjustiz, Zusammenhalt.
 
gay_skinheadWoher der Name "Oi!" genau stammt, darüber streiten sich die Geister. Zum einen begannen die Rejects irgendwann damit, ihre Songs statt mit dem üblichen "1, 2, 3" mit einem "Oi! Oi! Oi!" zu beginnen. Das Publikum begann schon bald, diesen Ruf mitzugröhlen. Daraus entstand einer der schönsten Mitgröhlsongs der Skingeschichte. Dabei ist nicht klar, ob "Oi!" einfach "hey" im Slang der englischen Slums bedeutet oder für "joy" (Freude) steht. Andererseits nannte Gary Bushell seinen zweiten Sound-Sampler der Oi!-Musik "Strength Thru Oi", was eine dumme Anspielung auf den Nazislogan "Kraft durch Freude" ("strengh through joy") ist. Außerdem zierte das Cover des Albums ein prominenter Nazi-Skin des British Movement: Nicky Crane (Foto).
Was als unpolitische - in dem Sinne, daß keine einheitliche politische Meinung existierte - Musik begann, wurde von den britischen Medien und der Öffentlichkeit schon bald in die rechte Ecke geschoben. Das lag vor allem daran, daß Leute mit verschiedenen politischen Ansichten, aber gleichem Musikgeschmack häufig auf Oi!-Konzerten zusammentrafen und diese deshalb meist in Massenschlägereien endeten.skinheads4 Die Auseinandersetzungen spielten sich vor allem zwischen den Skinheads der National Front / des British Movement und unpolitischen oder sogar linksgerichteten Skins ab. Gerade bei Konzerten von nicht-rechten Bands war der Anteil der Rechten im Publikum oft so groß, daß die Bands selbst von der Öffentlichkeit an den rechten Rand gedrängt wurden. Ein klassisches Beispiel dafür sind Sham 69. Oi! Musik galt hinfort als "Rechtsrock" oder "White-Power-Musik".
Daraufhin entstanden dann die ersten Aktionen, Konzerte und Tourneen unter dem Namen "Rock against Racism" oder "Oi! against Racism, against Political Extremism, but still against the System!" mit Bands wie Blitz, Infa Riot, The Business, The 4 Skins oder The Partisans.
Die Folge davon war, daß einige der Bands ihre Plattenverträge verloren und sich anschließend auflösten. Trotzdem wird dadurch sichtbar, daß Oi!-Musik nicht gleich Rechtsrock ist. Und das ist noch heute so.

Gender

Eine kleine Einführung zu den verschiedenen Geschlechtsidentitäten
als pdf k PDF-downloaden

Frei.Wild

Die Band Frei.Wild bezeichnet sich selbst als nicht politisch. Diese Aussage ist – kritisch betrachtet – jedoch sehr fragwürdig. Phillip Burger, ...weiterlesen

Kritischer Kommentar zum ersten Pegida-Papier

1. für „die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten“ als Menschenpflicht ...weiterlesen

Generation Identitaire

Rechte im Wandel- zwischen sozialem Protest und der Suche nach der Volksgemeinschaft 
...weiterlesen