Herkunft und Entstehung 

1990 besetzte eine nationale Gruppe (Nationale Alternative, kurz NA) ein Haus in Berlin-Lichtenberg und übernahm somit als erste rechtsradikale Gruppe linksautonome Praktiken. Christian Worch und Thomas Wulff entwickelten das Konzept der Freien Kameradschaften, die als lose „autonome" Gruppen angesehen werden können. Diese Gruppen zeichnen sich durch erhöhte Gewaltbereitschaft aus. Ihr Aussehen ähnelt dem von Skinheads (Boneheads).

2002 trat eine Gruppierung namens „Autonome  Nationalisten" in Berlin auf. Deren Mitglieder kamen aus den Freien Kameradschaften der Umgebung. Ihr Hauptziel war die Einschüchterung der örtlichen „Autonomen Antifas" durch das Projekt „Anti-Antifa". 

Auftreten und Aktionsformen

Der Dresscode dieser „Autonomen Nationalisten" entspricht dem der Antifa. Auch werden Symboliken und Kennzeichen der Linken verändert übernommen. Schwarze Kleidung (Kapuzenpullover, Kappen/Mützen), Sonnenbrillen, Buttons mit politischen Aussagen und die veränderte „Autonome Antifa"-Fahne lassen sie für Außenstehende auf den ersten Blick wie Antifas wirken. An Musik wird bei den „Autonomen Nationalisten" alles gehört (HipHop, Hardcore, Punk, Reggae, Metal, Techno), auch linke Bands wie „Ton Steine Scherben"  werden zu ihrer Propaganda umgemünzt und gehört.

Auf NPD-Demonstrationen bilden sie einen eigenständigen schwarzen Block, der sich von den übrigen Demonstrationsteilnehmern distanziert. Ihre Transparente richten sich meist gegen Kapitalismus und Konsumzwang, wohingegen die übrigen rechten Demonstrationsteilnehmer sich gegen Ausländer, Arbeitslosigkeit und Muslime aussprechen.

Es wird zunehmend beobachtet, dass die nationalen Autonomen vermehrt Konzerte angreifen und Jugendliche zusammenschlagen, wie zum Beispiel vor einiger Zeit in Springe. Dort fand das „Kein Bock auf Nazis"-Konzert statt. Gegen Mitternacht, kurz vor Ende der Veranstaltung, wurde ein Besucher, der das Jugendzentrum verließ, um nach Hause zu gehen, mit Flaschen beworfen. Er erlitt schwere Verletzungen, obwohl die Polizei, die mit Streifenwagen unterwegs war, um Besucher zum Bahnhof zu begleiten, schnell vor Ort war.

Ihr Auftreten ist nicht mehr allein gegen Antifas und Ausländer gerichtet, sie versuchen auch, immer mehr Jugendliche mit ins Boot zu holen. Dies erreichen sie durch blinden Aktionismus, Konzerte und vorgespielte Kameradschaft.

Des Weiteren wird versucht, alle Gruppen der „Autonomen Nationalisten" miteinander zu verknüpfen und eine deutschlandweite Zusammenarbeit zu erreichen. Dazu verwenden sie Internetportale wie „Media Pro Patria", in denen sie Videos von ihren Aktionen oder Argumente aufzeigen, die Jugendliche dazu bringen sollen, bei ihnen einzusteigen. 

Autonome Nationalisten in der Wetterau

In der Wetterau haben sich die Autonomen Nationalisten unter der Schirmherrschaft von Christian Müller („Volksfront Medien") gebildet. Ihre „Geburt" als "Autonome Nationalisten - Bundesweite Aktion" fand am 20. April 2008 statt (Hitlers Geburtstag). Dies zelebrierten sie mit einer groß angelegten Aktion. In der gleichen Nacht wurden mehrere Häuser (darunter das Juz in Butzbach) mit rechtsextremen Parolen beschmiert (siehe Bild). Im Gegensatz zu anderen Autonomen Nationalisten sind die in der Wetterau durch die hervorragende Aufklärungsarbeit der Antifa-BI nicht mehr anonym.

Bei den Autonomen Nationalisten befinden sich unter anderen derzeit:

Kevin Schnippkoweit

Christian Müller

Beide sind in vielen rechtsextremen Videos von "Volksfront-Medien" und "Media Pro Patria" zu sehen. 

Weitere Mitglieder sind der Redaktion bekannt. 

Ideologie 
Das Projekt der „Autonomen Nationalisten" stellt weniger eine ideologische als vielmehr eine strategisch-aktionistische Neuerung im Rechtsextremismus dar.
In einer Erklärung der Initiatoren des ersten „Schwarzen Blocks" 2004 in Berlin wird explizit darauf verwiesen, es handele sich gegenüber anderen Neonazis „nicht um ideologische Differenzen", sondern um eine andere Aktionsform.

Allerdings äußern sie die Forderungen der extremen Rechten unmissverständlich: So hetzen sie offen gegen den Staat und politische Gegner, z.B. im Konzept der „Autonomen Nationalisten Bundesweite Aktion (ANBA)":
„Den Staat (und seine Helfershelfer) bekämpfen, auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!"
„Eine Anti-Antifa-Arbeit ist zu unterstützen und zu fördern."

Ihr Auftreten ist außerdem gewalttätiger als bei „gewöhnlichen" Neonazis, da sie sich vom Staat und den politischen Gegnern bedroht fühlen, aber vor allem weil sie anonym bleiben und nicht, wie z.B. in einer Partei, bekannt sind.

Sie kopieren linkes Auftreten und linke Parolen; dadurch wollen sie auch für Jugendliche attraktiv werden, die sich mit dem Skinhead- oder Biedermann-Image der anderen Rechtsextremen nicht identifizieren können.
Sie versuchen modern zu wirken, sie wollen sich von dem Bild des ewig gestrigen Nazis lösen. Dies versuchen sie indem sie linke und soziale Themen besetzen, wie z.B. Antikapitalismus und Kinderarmut. Diese Modernisierungsstrategie erkennt man auch an dem Gebrauch von Anglizismen.

Sie behaupten von sich, die einzigen wirklichen Sozialisten zu sein und dass Sozialismus nur in Verbindung mit Nationalismus durchführbar sei. Dies stellt eine Unterstützung der rechtsextremen Szene für die „sozial geht nur national"-Kampagne der NPD dar.

Konzeptionell lassen sich bei Autonomen Nationalisten oft Querfrontstrategien beobachten; das bedeutet, dass sie versuchen, die vermeintlichen Gemeinsamkeiten von Links und Rechts zu betonen (z.B. Antikapitalismus). Sie wollen die „Linken" auf ihre Seite ziehen, indem sie behaupten, dass sie mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede in ihrer Ideologie hätten. Diese Querfrontstrategie hört allerdings bei Antifaschisten auf, denn diese werden als politische Gegner diskreditiert und im Zuge der Anti-Antifa-Arbeit verfolgt. Durch ihr verstecktes Auftreten und die große Militanz sind die „Autonomen Nationalisten" die Gruppe in der rechtsextremen Szene, die am intensivsten „Anti-Antifa"-Arbeit betreibt. Dies wird ihnen auch durch ihr Erscheinungsbild erleichtert, mit dem sie sich bequem in der linken Szene oder auf Punkrock-Konzerten bewegen können, ohne gleich als Nazis enttarnt zu werden.
Trotz dieser Optik- und Lifestyle-bedingten Modernisierungsprozesse und dem Versuch, sich als die „wahren Sozialisten" darzustellen wird an der rechtsextremen Ideologie nicht gerüttelt.

So beteuern die Macher der "Freier Widerstand"-Homepage:
"Wir selber sehen uns als Teil der nationalsozialistischen Bewegung in Deutschland und bekennen uns zu Volk, Nation und Rasse".
Auch im Konzept der ANBA finden sich rassistische, ethnopluralistische und nationalistische Aussagen:
„Freiheit der Völker statt Menschenbrei! Jedes Volk soll sich in seinem angestammten Lebensraum frei entfalten können. Das deutsche Volk in Deutschland und den vorkriegsbesessenen Gebieten."

Ebenso in dem Konzept der „Autonomen Nationalisten aus Marl" finden sich revisionistische Inhalte:
„Kein Geld für sogenannte "Wiedergutmachung".
„Keine einseitige Schuldzuweisung zu Lasten Deutschlands (Wir sind kein Volk von Verbrechern), Eingeständnis unserer früheren Gegner, dass die zielgerichtete Bombardierung der Zivilbevölkerung, Ermordung, Vertreibung von Millionen Deutschen nach dem Krieg und Tötung deutscher Kriegsgefangener Verbrechen waren."

Auch wenn man die antikapitalistischen Parolen der Autonomen Nationalisten näher betrachtet, erkennt man, dass es überhaupt nicht um Kritik am Kapitalismus geht. Die Kritik am Kapitalismus ist ein weiterer Versuch der rechtsextremen Szene, die, durch das Erstarken der Partei „Die Linke", aktuellen kapitalismuskritischen Themen aufzugreifen und so  Zuspruch bei der Bevölkerung zu finden. 
So auch zu erkennen im Konzept der ANBA vom April 2008.

Das Konzept der „Autonomen Nationalisten - Bundesweite Aktion"?
Um dieses Fragezeichen zu beantworten, haben wir uns zuerst einmal das sog. Konzept der „Autonomen Nationalisten - Bundesweite Aktion" angesehen, das auf der Homepage der Gruppe veröffentlicht wurde. Dieses neu entstandene Bündnis wird zurzeit von 23 rechtsextremen Gruppen, davon einer aus Österreich, unterstützt.
In dem Aufruf zur Bündnisgründung ist eines der Ziele neben einer besseren Organisationsstruktur auch die Forderung, „ein Teil einer großen Gruppe zu sein".
Dies ist historisch gesehen mit den Aussagen der NSDAP zur Begründung und Legitimierung ihres Konzeptes der Volksgemeinschaft vergleichbar. Auch hier wurde versucht, aus dem „normalen Bürger" den Teil eines „Ganzen" zu konstruieren und das Dazugehören zum „uns" oder „wir" zu ermöglichen und damit ein nationales Konstrukt zu schaffen.
Eine weitere Aussage: „Gegen eine kapitalistische Marktwirtschaft, zurück zur Volkswirtschaft."
Mit diesem Statement wird wieder versucht, die  Pseudo-Kapitalismuskritik der Nazis zu verbreiten. Unter dem Begriff Volkswirtschaft versteht man klassischerweise die „Lehre der Wirtschaft" und nicht ein anderes Wirtschaftssystem. Die Gruppe der „Autonomen Nationalisten" behauptet zwar auf Demonstrationen, für einen „Nationalen Sozialismus" einzutreten, widerspricht sich damit aber in ihrem Konzept inhaltlich. Hier sind außer platten Parolen keine alternativen wirtschaftspolitischen Ziele erkennbar und somit kann die „Kapitalismuskritik" dieser Gruppe leicht als das enttarnt werden, was sie ist: Propaganda, um Menschen, die unter der sich ausbreitenden Armut in Deutschland leiden, mit dem Köder der Kapitalismuskritik zu locken um sie dann von den rassistischen, antisemitischen und faschistischen eigentlichen Zielen der Gruppe zu überzeugen. 

Definition Volkswirtschaft:
Als Volkswirtschaft wird die Gesamtheit aller in einem Wirtschaftsraum (üblicherweise ein Staat oder Staatenverbund) verbundenen und gegenseitig abhängigen Akteure (Haushalte, Unternehmen und der Staat) bezeichnet. Oft wird auch der Wirtschaftsraum selbst als Volkswirtschaft bezeichnet.
Im dritten Reich in Deutschland wurden die Menschen auch mit der sozialen Demagogie der NSDAP gelockt. Diese vertrat aber keine soziale Politik sondern entwickelte das unmenschlichste, ausbeuterischste und kapitalistischste System, das es je gegeben hat.
 
„Unser Ziel ist ein nationalistisches und sozialistisches Deutschland und deren Politik"
(Der grammatikalische Fehler stammt aus dem Originaltext der Gruppe!!!)
 
Obwohl versucht wird, es durch die Trennung der Begriffe „nationalistisch" und „sozialistisch" zu verschleiern: Das Ziel der Gruppe ist der deutsche Nationalsozialismus.
Trotz des inhaltlichen Versteckspiels gilt:
Es ist kein revolutionäres Projekt sondern die szenegerechte Umsetzung eines rechtsextremen Parteiprogramms. 

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