In der öffentlichen Debatte dominiert vor allem die Diskussion über die „gefährlichen Ränder" unserer Gesellschaft. Wissenschaftliche Studien rücken aber eine ganz andere Gruppe in den Fokus: die sogenannte Mitte der Gesellschaft.

Zu Beginn müssen wir uns die Frage stellen: Was verstehen wir unter „Extremismus"? Die aktuelle Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung (2010) prüft einzelne Einstellungen ab, darunter fallen beispielsweise Antisemitismus, Homophobie, Rassismus oder Obrigkeitshörigkeit.
Auf Grundlage dieser Daten wird dann eine Einstufung in rechtsoffene Einstellungen oder geschlossen rechtsextreme Weltbilder durchgeführt. Bei diesen Studien wird regelmäßig deutlich, dass rechtsextreme Einstellungen nicht nur bei den Anhängern extremistischer Parteien vorherrschen, sondern auch unter den Anhänger der Parteien der „Mitte" hohe Zustimmungswerte finden.

Nach diesen Statistiken wählen die meisten Menschen mit rechtsextremen Einstellungen nicht rechtsextreme Parteien, sondern etablierte Parteien und dort vor allem die „alten" Volksparteien (30,3% CDU und 24,8% SPD). In ganz Deutschland befürworten laut dieser Studie 5,1% eine Diktatur, 19,3% chauvinistische Aussagen, 24,7% ausländerfeindliche Aussagen, 8,7% antisemitische Aussagen, 3,9% sozialdarwinistische Aussagen und 3,3% verharmlosen den Nationalsozialismus. Es zeigt sich auch, dass rechtsextreme Einstellungen in allen sozialen Gruppen vorkommen. Dies zeigt, dass Rechtsextremismus sich nicht nur am rechten Rand bekämpfen lässt. Besonders bedenklich ist, dass viele Befragte keine klare Position gegenüber den abgefragten Aussagen beziehen. So lehnen 36,6% die Aussage „Die Juden arbeiten mehr als anderen Menschen mit üblen Tricks, um das zu erreichen, was sie wollen" nicht klar ab.

Deshalb muss man die Aufmerksamkeit auch gerade auf die Einstellungen legen, da man rechtsextreme Einstellungen überall und gerade auch in der bürgerlichen Mitte findet.In Anbetracht dieser Tatsache ist es hoch bedenklich, dass die „Parteien der Mitte" immer wieder rechtspopulistische Kampagnen betreiben. Es besteht die Gefahr, dass rechtsextreme Einstellungen mehrheitsfähig werden. In Anbetracht dieser Forschungsergebnisse muss man feststellen, dass die Gefahr für unsere freiheitliche Gesellschaft nicht zuletzt aus der Mitte eben dieser Gesellschaft kommt und ihr nur mit umfassender Aufklärung und Bildung entgegentreten werden kann.
 
Hintergründe/Quellen:
 

Gender

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