Lidice

Lidice war eine Ortschaft nahe Prag, die im Jahre 42 des 20. Jahrhunderts im Zuge eines schrecklichen Vergeltungsaktes des Nazi-Regimes komplett dem Erdboden gleich gemacht wurde. Heute befinden sich dort eine Gedenkstätte sowie ein Museum. Lidice wurde in unmittelbarer Nähe wieder aufgebaut.

Das Massaker

Widerstandskämpfer führten am 27. Mai 1942 ein Attentat auf den SS-Obergruppenführer und Reichsprotektor von Böhmen Reinhard Heydrich durch; dieser wurde in Prag durch eine Plastikbombe, die man in sein Auto warf, schwer verletzt und starb am 4. Juni. Heydrich galt als der deutsche „Militärgouverneur" der besetzten Tschechoslowakei und zweiter Mann nach Himmler. Das Attentat löste einen Blutrausch der SS aus.

Auf Grund von Behauptungen, die Dorfbewohner hätten den Attentätern Unterschlupf gewährt, lies man auf Weisung Hitlers ein Bataillon deutscher Polizeikräfte vor Lidice aufziehen. Diese blockierten alle Zufahrtswege und trieben die männlichen Bewohner in einem Hof zusammen. Dort wurden sie tags darauf nacheinander mit je zwei Kugeln in Kopf und Brust erschossen. Die Nazis trugen die Leichen nach der Exekution nicht fort, so dass die Männer zuerst an den Leichen ihrer Nachbarn und Freunde vorbei gehen mussten, bevor sie selbst der Tod ereilte. Für die Toten hoben 30 Gefangene des Konzentrationslagers Theresienstadt ein Massengrab aus, wofür sie 20 Stunden lang pausenlos die Nacht durcharbeiten mussten. Die Frauen deportierte man in das Konzentrationslager Ravensbrück, wo 52 von ihnen starben. Von den 98 Kindern des Dorfes wurden fast alle mit speziellen Autos vergast. Die restlichen 12 wurden wegen ihrer blauen Augen und blonden Haare für die Germanisierung, also „Eindeutschung", vorgesehen und in SS-Familien untergebracht. Man fand sie später in Bayern wieder. Das Dorf Lidice selbst wurde niedergebrannt, die Ruinen gesprengt und schließlich eingeebnet, so dass nichts mehr von dem ehemaligen Vorhandensein eines Dorfes zeugte. Selbst die Grabsteine wurden zur Weiterverwendung beim Bau einer Kaserne aus dem Boden gerissen.

Das Mahnmal Lidice

An die 82 umgekommenen Kinder erinnert heute das Denkmal einer tschechischen Künstlerin, das aus den Nachbildungen von 82 Kindern besteht. Die Kinder stehen dicht gedrängt, schauen mit teils angsterfüllten oder leeren Blicken in eine Richtung.

Vor der Gedenktafel haben Menschen aus vielen Ländern Plüschtiere oder Botschaften der Trauer und des Mitgefühls abgelegt. Auch die Grundmauern des Hofes der Familie Horák, der den Nazis als Exekutionsplatz diente, sowie die der Schule und der Dorfkirche sind noch zu sehen. Das gesamte Mahnmal wird von einem Rosengarten mit Zehntausenden Rosenstöcken aus 35 Ländern der Welt umgeben, der von Freiwilligengruppen gepflanzt wurde. Das Museum bietet einen ausführlichen Einblick in die Geschichte der Dorfbewohner, die Hintergründe der Attentäter sowie einen guten Überblick über die historischen Hintergründe des Massakers.

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Die Botschaft der Gedenkstätte wird klar:
Vergesst niemals, damit ihr in Frieden leben könnt!

(Anm. der Red.: Die Zahlen der getöteten und deportierten Menschen, unterscheiden sich in verschiedenen Quellen.)

Hintergrundinformationen:

Gedenkstätte Lidice

Bilder aus Lidice

Informationen zum Massaker von Lidice vom 10.06.1942

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