Symbole der neonazistischen Szene

Du siehst einen Jugendlichen mit einem Basketball-T-Shirt mit der Zahl 88 und denkst einfach, du kennst den Sportler nicht. Aber würdest du auf den Gedanken kommen, dass er damit sein rechtes Gedankengut nach außen trägt und sich so für andere Eingeweihte zu erkennen gibt? Mittlerweile gibt es mehr als 120 rechtsradikale Symbole, die eine politisch rechte Gesinnung versteckt oder öffentlich nach außen tragen.

Generell kann man die verwendeten Zeichen in zwei Kategorien unterteilen, die mit offenen und die mit verdeckten Botschaften: Die der ersten Gruppe haben in der Regel einen direkten Bezug auf die nationalsozialistische Zeit, wie das Hakenkreuz oder das SS-Zeichen. Dort ist meistens kein Raum für unterschiedliche Interpretationen. Die der zweiten Gruppe sind vielfach nach außen nicht zu erkennen. Nur Eingeweihte erkennen die Codes oder Zeichen, was auch gleich ein Gruppengefühl entstehen lässt und fördert. Ein Außenstehender kann zum Beispiel nicht wissen, dass die Zahl "88" für "Heil Hitler" steht oder die Zahl 28 für das verbotene Nazi-Netzwerk "Blood & Honour".

Da die Szene unter staatlichem und gesetzlichem Druck steht, entfernt sie sich immer weiter von den alten, "klassischen“ Nazisymbolen und eignet sich immer öfter Mode und Zeichen anderer Organisationen (auch von Linken) an. Sie stellt sie in einen anderen Zusammenhang, der ihren Zwecken dienlich ist.
So ist zum Beispiel die weit verbreitete Meinung, dass Skinheads Nationalsozialisten seien, schlicht falsch. Auch hier wurden Ausdrucksformen anderer Gruppen einfach übernommen.
Sogar die Parolen und Symbole antifaschistischer Organisationen werden pervertiert. Ob man auf einer Nazi- oder Antifa-Demo ist, kann man oft nicht mehr allein an der Parole unterscheiden, da sich die Rechten der linken Parolen bedienen (natürlich mit anderer Bedeutung!).

Weiterhin ist zu beachten, dass viele „Nazi“-Symbole aus der neopaganistischen Szene entnommen sind (Heidentum, Keltentum, Mystizismus) und damit keine eindeutige Zuordnung zur Naziszene zu erkennen ist. Auf keinen Fall sollte geschlussfolgert werden, dass diese Szenen per se rechtsradikale Tendenzen beinhalten! Allerdings deuten die Symbole im Kontext, das heißt mit entsprechenden politischen Andeutungen oder Äußerungen, gegebenenfalls durchaus auf eine Nazi-Mentalität hin. Für Außenstehende ist es oft schwierig zu erkennen, ob ein solches Symbol aus religiösen, mystischen, modischen oder politischen Gründen getragen wird.

Aktionsfront Nationaler Sozialisten

aktion_auslaenderrckfhrung Diese deutsch-neonazistische Organisation, welche vor allem die Sieg-Rune mit waagerechten Spitzen als Erkennungszeichen trug, wurde 1977 vom früheren Leutnant der Bundeswehr Michael Kühnen gegründet. Zwischen 1978 und 1979 wurde fast die gesamte Führungsriege der Aktionsfront Nationaler Sozialisten (ANS) inhaftiert. Nachdem sie sich dann am 15. Januar 1983 mit den Nationalen Aktivisten (NA) unter der Führung von Thomas Brehl zusammenschlossen, verstanden sie sich als die Fortführung der NSDAP und der SA und befürworteten auch die antisemitistischen Rassengesetze.

Zu dieser Organisation bekannte sich auch später die Aktion Ausländerrückführung.

Das Zeichen ist laut §86a StGB verboten.

White Youth

white youth Das rote Dreieck mit weißem Kreis, welcher eine schwarze Triskele beinhaltet, war das Zeichen der 1997 in Thüringen gegründeten White Youth-Bewegung.

Die White Youth war dazu gedacht, die Ideologie der Blood and Honour-Gruppierung an Jungedliche und teils auch schon an Kinder weiterzugeben.
Das Zeichen ist nach §86a StGB verboten.

Wolfsangel

wolfsangel Die Wolfsangel zierte im Dritten Reich die Dolche der SS sowie die Armbinden von vier SS-Panzerdivisionen.

Es wird heute vor allem von militanten Neonazigruppen, die sich in der Tradition der „Wehrwölfe" sehen, verwendet.

Ihren Ursprung hat die Wolfsangel wohl im 8. jahrhundert, als Bauern ein diesem Zeichen ähnliches Werkzeug zur Wolfsjagd benutzten. Sie schlugen eine Spitze in einen Baum und hingen an das andere Ende ein Stück Fleisch. Wenn ein Wolf nach dem Fleisch sprang, bohrte sich der Widerhaken in den Gaumen und hinterlies eine tödliche Wunde.

Die Wolfsangel ist nur im Zusammenhang mit rechten Gruppierungen nach §86a StGB verboten.

Da ein Zusammenhang zu der betreffenden Gesinnung nicht immer nachzuweisen ist, bleibt die Strafbarkeit umstritten.

Combat 18

combat 18 Combat 18 (C18) wurde 1991 gegründet. Die Mitglieder der Vereinigung verstehen sich als führerlose Kämpfer im Sinne des Faschismus (sic). Das Wort Combat ist englisch und bedeutet Kampf. Die Zahl 18 bedeutet Adolf Hitler. A ist der erste Buchstabe im Alphabet und H der achte.

Die Gruppen die sich mit der Zeit autonom bildeten, wurden vor allem durch grausame Gewalt gegen Ausländer und/oder Nicht-Christen bekannt.

Das Tragen des Schriftzuges Combat 18 oder C18 ist nicht verboten. Jedoch wird der Schriftzug oft in Verbindung mit dem SS-Totenkopf getragen und ist in diesem Zusammenhang strafbar.

Deutsche Alternative

Die Deutsche Alternative (DA) war eine Kleinpartei die am 5. Mai 1989 in der ehemaligen DDR von Werner Seeger, der auch Führungsmitglied in der verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei war, gegründet. Als das Bundesinnenministerium die rechtsextremistische Partei 1992 verbot, wurde auch das Zurschaustellen ihres Symbols strafbar.

Hammerskins

hammerskins Das Zeichen der Hammerskins sind zwei gekreuzte Hämmer auf einem roten Karo.
Da dieses Zeichen nicht verboten ist, wird es oft getragen.
Siehe Artikel Hammerskins. (bitte Link zur entsprechenden Seite einfügen)

Ku-Klux-Klan

Der Ku-Klux-Klan ist eine rassistische Geheimorganisation, die seit 1865 in den USA existiert. Die Mitglieder verstehen sich als Patrioten und fundamentalistische Protestanten, die die Unterdrückung von Schwarzen, Juden, Katholiken und anderen Andersgläubigen verfolgen. Im 19. Jahrhundert wurden von Mitgliedern des Klans tausende, meist schwarze Menschen gelyncht. Heutzutage verübt der Klan hauptsächlich Brandanschläge auf Kirchengemeinden, die von Farbigen besucht werden. Zu den vom Ku-Klux-Klan benutzten Symbolen gehören das brennende Kreuz und die weniger bekannte Zahlenkombination 311, welche für dreimal den elften Buchstaben des Alphabets steht: KKK. Das Tragen der Symbole ist nur im Bundesland Brandenburg strafbar.

Lebensrune

Lebensrune Die Lebensrune (auch Yr-Rune) wurde in der Zeit des Nationalsozialismus als Dienstrangabzeichen der Sturmabteilung (SA) und Abzeichen der NS-Frauenschaft und des deutschen Frauenwerks verwendet. In Neonazikreisen hat sie die Bedeutung „Das Reich lebt". Es ist nicht verboten, dieses Symbol öffentlich zu zeigen.

Nationale Liste

nationale liste Die Nationale Liste (NL) ist eine 1995 vom Bundesinnenministerium verbotene Partei mit rechtsextremen Zielen. Sie entstand als Nachfolgeorganisation der verbotenen Nationalen Sammlung. Das öffentliche Zurschaustellen des Symbols der NL ist nach §86a StGB strafbar.

 

Nationale Offensive

nationale offensive Die Nationale Offensive (NO) stellte eine Sammlungspartei dar, die versuchte die Arbeit verschiedener nazistischer Gruppierungen zu vereinigen. Ihre Mitglieder stammten großteils aus dem „Komitees zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers". Des Weiteren stand sie im Verdacht, die verbotene „Aktionsfront Nationaler Sozialisten / Nationale Aktivisten" weiterzuführen. Im Dezember 1992 wurde sie verboten und das Zeigen ihrer Symbole unter Strafe gestellt.

Nationaler Block

nationaler block Als Nachfolgeorganisation der Partei „Deutsche Alternative" war der Nationale Block (NB) fast ausschließlich im Raum Bayern aktiv. Er forderte öffentlich die Wiederherstellung des deutschen Reiches und eine offene Konfrontation mit Antifaschisten. Am 7. Juli 1993 erfolgte ein Verbot durch das bayrische Innenministerium, das auch das öffentliche Zeigen des NB-Logos unter Strafe stellt.

Nationale Sammlung

nationale sammlung

Das öffentliche Zurschaustellen des Symbols der Nationalen Sammlung (NS) steht nach dem Verbot der Organisation in Januar 1989 unter Strafe.

Nationalistische Front

nationalistische front 1985 wurde die Nationalistische Front (NF) als rechtsextreme Kaderorganisation gegründet. Ihre Forderungen waren antisemitisch und rassistisch. Des Weiteren verlangte sie den Umsturz der bestehen politischen Ordnung. 1992 wurden 28 Mitglieder der NF angeklagt, weil sie „Verabredung[en] zur Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" nach dem Vorbild der RAF getroffen hatten. Im selben Jahr wurde die NF verboten und das öffentliche Tragen des Logos unter Strafe gestellt.

Odal-Rune

odalrune Diese Rune war bereits im Dritten Reich das Symbol der Hitlerjugend. In der Nachkriegszeit wurde sie von der Wiking-Jugend und dem Bund Nationaler Studenten verwendet. Durch das Verbot beider Organisationen ist auch das öffentliche Tragen dieser Rune verboten, jedoch ist sie weiterhin als Bundeswehrabzeichen eines Hauptfeldwebels in Gebrauch.

 
Sturmabteilung

SA Die Sturmabteilung (SA) stellte eine paramilitärische Kampftruppe der NSDAP dar. Ihre Aufgabe bestand hauptsächlich darin, bei Parteiaufmärschen präsent zu sein und politische Gegner gewaltsam einzuschüchtern. Im Zuge des Novemberpogroms 1938 kam sie landesweit bei der systematischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung zum Einsatz. Gegen Kriegsende verübten Mitglieder der SA im Rahmen des Volkssturms schwere Verbrechen an Kriegsgefangenen und Dissidenten in der eigenen Bevölkerung. Das öffentliche Tragen des SA-Emblems ist verboten.

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Symbole aus dem nationalsozialistischen "Dritten Reich"


Hakenkreuz 

hakenkreuzDas Hakenkreuz, auch Swastika oder Sonnenrad, wurde von esoterischen Gruppen am Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland verbreitet. In diesem, dem esoterischen Sinne steht es für das göttliche, sich ausbreitende Universum, für Glück und Leben.

 

Aufgegriffen wurde es allerdings vor allem von nationalsozialistisch eingestellten Gruppen. 1933 wurde es zum amtlichen Symbol des Nationalsozialismus erklärt und daraufhin zum Staatssymbol.
Die Flagge des nationalsozialistischen Staates bestand aus einem schwarzen Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund. Das Rot der Fahne stand "für den vorgeblich sozialen Gedanken der Bewegung", also den Bezug zu den Arbeitern.
Das Weiß stellt den Nationalsozialismus dar, das Reine, das Klare, Unbeschmutzte.
Das Hakenkreuz selbst symbolisiert im nationalsozialistischen Sinne die "Mission des Kampfes für den Sieg des arischen Menschen". Hier soll es natürlich auch für Glück und "Gutes" stehen.

hakenkreuz negativ Das negative Hakenkreuz wurde von der Aktionsfront Nationaler Sozialisten als Erkennungszeichen verwendet. So wie das negative Hakenkreuz ist das seitenverkehrte Hakenkreuz auch nur ein Spiel mit dem eigentlichen Symbol.

Da diese Tatsache aber nicht die Erkennung des ursprünglichen Hakenkreuzes verhindert sind beide Zeichen nach §86a StGB verboten.

Reichsadler

 Seit dem Mittelalter ist in Deutschland der Adler als Zeichen für Macht, Erhabenheit, Göttlichkeit, Glück, aber auch Stärke und Kraft bekannt. Der Reichsadler ist die stilisierte Version der romanisch-gotischen Form des Adlers. Die Stilisierung, wie sie zum Beispiel in der Reichskriegsflagge zu finden ist, sollte Modernität vorgeben. Heute ist der Adler auf der ganzen Welt als Wappentier verbreitet und der Adler ist nicht immer direkt mt Nazis in Verbindung zu bringen, es kommt immer auf den Kontext an! Auch ist seit 1945 der Bundesadler Wappentier der Bundesrepublik.

Eisernes Kreuz

 Zum ersten Mal wurde der Orden "Eisernes Kreuz" im preußischen "Befreiungskrieg" gegen die napoleonische Herrschaft verliehen. 1939 wurde es in veränderter Form zum bekanntesten Orden des "Dritten Reiches".
Das Eiserne Kreuz ist immer mit einem militaristischen Kontext verbunden oder dient als Sinnbild für den Männlichkeitskult. Nicht immer muss es rechtsextrem gemeint sein, aber gerade in diesen Kreisen erfreut es sich verständlicherweise hoher Beliebtheit. Allerdings wird es auch in der Musikkultur verwendet.

Gauwinkel / Gaudreieck

 Der Gauwinkel zeigte zu Zeiten der NSDAP und der Hitlerjugend an, aus welchem Gau, also welcher Region, der Träger stammte. Heutzutage wird es von Neonazis immer noch verwendet. Meist steht im Dreieck das Herkunftsbundesland. Teilweise werden auch die "Gaubezeichnungen" des Dritten Reiches übernommen.
Im Juli 2002 entschied der Bundesgerichtshof, dass das Gaudreieck ein NS-Symbol sei und seine Verwendung verboten ist.

Hammer und Schwert

 Die gekreuzten Hammer und Schwert sollten die Gemeinschaft von Soldaten und Arbeitern symbolisieren und wurden unter anderem von den Gebrüdern Strasser verwendet, die den nationalrevolutionären Flügel der NSDAP anführten. Seit 1929 war es das Gaufeldzeichen der Hitlerjugend.

 

Seit den neunziger Jahren, als es als "Symbol der Nationalen Revolution" ein Comeback erhielt, wird es in der neonazistischen Szene immer populärer, da es den gewollten Bezug auf die "sozialistischen" Aspekte des Nationalsozialismus widerspiegelt.
Heute ist es das Symbol der Jungen Nationaldemokraten und als Fahne, Aufnäher, Anstecknadel und T-Shirt erhältlich.
Reichskriegsfahne

ReichskriegsfahneEntstanden ist die Reichskriegsfahne ca. 1867: ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund mit einem Reichsadler in der Mitte. In der linken oberen Ecke war zudem ein Eisernes Kreuz auf schwarz-weiß-rotem Grund abgebildet. Diese Variante ist nicht verboten, kann aber im Zuge des § 86 "zur Abwehr konkreter Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung" von der Polizei eingezogen werden.

Verboten allerdings ist die Version der Reichskriegsfahne, wie sie im Dritten Reich verbreitet war: ein schwarzes Kreuz mit einem Hakenkreuz in der Mitte auf rotem Grund, in der linken oberen Ecke ein Eisernes Kreuz.

Schwarze Sonne


Die Schwarze Sonne wurde als zwölfarmiges Hakenkreuz bzw. Rad aus zwölf Sig-Runen gebildet und von der SS als Sinnbild einer nordisch-heidnischen Religion verstanden. In heutigen rechtsextremen Kreisen steht sie für die "Verbundenheit mit der eigenen Art und mit den arteigenen Wertvorstellungen" und erfreut sich bei Rechtsextremen, Neonazis und Neuen Rechten einer weiterhin hohen Popularität.

Die Schwarze Sonne in der hier abgebildeten Form ist kein historisch-keltisches Symbol, wie manchmal behauptet wird, sondern eine Erfindung der SS. Historisch gesehen gibt es zwar zahlreiche keltische Darstellungen der Sonne, diese bestehen aber nicht aus Hakenkreuzen, sondern aus Strahlen bzw. Zacken und waren meist aus Metall – insofern kann man sie nicht als „schwarze“ Sonne bezeichnen, sondern als einfache Kultobjekte eines Sonnenkults.

SS-Abzeichen / SS-Totenkopf

 Kennzeichen der Schutzstaffel (SS) waren die doppelte Sig-Rune, auch Doppelblitz genannt, und die religiös verwendete Schwarze Sonne. Der Totenkopf, der als kriegerisch-kämpferisches Symbol bereits in der Kaiserzeit auftaucht, stand im Dritten Reich für den bedingungslosen Einsatz für die Ideen und die Person Adolf Hitlers. Ein Totenkopfring wurde von der SS als Zeichen "eines in Kampf und Pflicht errungenen inneren Wertes" und der "Treue zum Führer" verliehen.

Der Totenkopf ist in der BRD verboten, weshalb bei Rechtsextremen häufig verfremdete Formen verwendet werden wie z.B. Totenkopfgürtelschnallen.

Werwolf

Werwolf ist nicht nur der Name eines Fabelwesens, sondern war auch der Name einer SS-Organisation, die nach der bereits feststehenden militärischen Niederlage des Dritten Reiches einen Untergrundkrieg gegen die alliierten Siegermächte führen wollte. Den Mordbefehlen des Werwolfs fiel beispielsweise "eine unbekannte Zahl, 'Wehrunwilliger', Soldaten, Zivilisten und selbst Amtsträger der Partei (.) zum Opfer. Wenige Tage vor Kriegsende wurden Männer und Frauen, darunter eine Schwangere, in der oberbayrischen Stadt Penzberg von einem vermummten Werwolf-Kommando unter Führung des Schriftstellers Hans Zöberlein gnadenlos ermordet, weil sie die sinnlose Verteidigung ihrer Vaterstadt verhindern wollten (Penzberger Mordnacht)" (zitiert aus: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Digitale Bibliothek, Band 25, S. 2872).

Der Name der Organisation geht zurück auf den Roman von Hermann Löns "Der Wehrwolf". Die Wolfsangel (Gibor-Rune), Symbol des Wehrwolfes bei Löns, wurde von militärischen Einheiten im Zweiten Weltkrieg und der Werwolf-Organisation benutzt.

Heute steht die Werwolforganisation als Sinnbild für Kampfeswilllen, der die Vernichtung ihrer politischen Gegner einschließt. Verwendet wird der Name außerdem von Bands und Wehrsportgruppen oder in anonymen Drohungen. Auch die Wolfsangel ist weit verbreitet.

Zahnrad

ZahnradIm Dritten Reich bildete das Zahnrad, kombiniert mit dem Hakenkreuz, die Organisationssymbolik der Deutschen Arbeiterfront (DAF). Es war Teil des Organisationsabzeichens der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) bis zu ihrem Verbot 1995.

In Verwendung des Schriftzuges ist die Darstellung des Zahnrades verboten. Ohne den Bezug zur FAP ist es jedoch straffrei und erfreut sich großer Beliebtheit in der Hammerskin-Szene oder bei Gruppen wie der Freien Kameradschaft. Auch die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) verwendet das Zahnrad.


Thor Steinar

Thor Steinar
Schon der Name „Thor Steinar“ oder auch „Division Thor Steinar“ bezieht sich höchstwahrscheinlich auf den Waffen-SS-General Felix Steiner. Das alte Logo war aus zwei Runen, die auch im Nationalsozialismus Verwendung fanden, zu einer so genannten Binderune zusammengesetzt. Dabei handelt es sich um die Tyr- und die Sig-Rune. Verwendet wurde die Tyr-Rune unter anderem von der 32. SS-Division „30. Januar,“ die Sig-Rune fand Verwendung in dem allgemeinen Abzeichen der SS. Die auch in dem Logo verwendete Wolfsangel oder auch Gibor-Rune wurde unter anderem von der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ benutzt. Darüber hinaus wurde nach dem zweiten Weltkrieg genau diese Binderune auch von dem neonazistischen Ideologiezirkel/-netzwerk „Thule-Seminar“ verwendet. Das neue Logo, welches wegen mehreren Verbotsverfahren in den Ländern Berlin und Brandenburg entworfen wurde, besteht aus der Gebo-Rune mit zwei Punkten. Auch das Design der Marke lehnt sich an die nordisch-germanische Sagenwelt und den Nationalsozialismus an. So finden sich neben Aufdrucken wie Asgard, Ragnarök oder Thule als Bezug zum “Germanentum“ auch solche wie Nordic oder Viking Division welche an die 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“ und an die 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ anlehnen könnten. Den Betreibern der Firma aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen, welche diese Marke herstellen lassen und vertreiben, werden Kontakte zu Neonazis nachgesagt. Auch sollen sie Neonazis als Mitarbeiter beschäftigt haben.


Zahlencodes 

Seit den achtziger Jahren erfreuen sich Zahlencodes als Verschlüsselung für verbotene Begriffe, Grußformeln oder Organisationsnamen immer größerer Beliebtheit in der rechten Szene. Sie werden tätowiert, auf T-Shirts und andere Bekleidungsstücke gedruckt, als Emblem von Organisationen, als Bandnamen, als Kampfrufe oder auch als Gruß verwendet. Meistens stehen die Zahlen für Buchstaben nach dem simplen System: 1 = A, 2 = B, 3 = C usw. Begonnen hat alles mit dem Verbot der Rockergruppe "Hells Angels", die sich daraufhin kurzum "81er" nannte.

Allerdings gilt zu beachten, dass nicht jedes "18" Adolf Hitler bedeutet und manchmal Zahlencodeaufdrucke von Bekleidungsunternehmen auch ohne jegliche politische Bedeutung verwendet werden. Deswegen immer auf den Zusammenhang achten!

18

 
1 = A 8 = H
"18" steht für "Adolf Hitler".

88

 
8 = H 8 = H
"88" steht für "Heil Hitler" und findet häufig Verwendung als Bestandteil von Bandnamen, Bekleidungsaufdrucken und als Grußformel in Briefen.

28

 
2 = B 8 = H
"28" steht für das inzwischen verbotene Netzwerk "Blood & Honour". Seitdem der Schriftzug nicht mehr gedruckt werden darf, sind es jetzt Parolen wie "28 - ihr könnt uns nicht verbieten".

168:1

1995 tötete der amerikanische Neo-Nazi Timothy McVeigh mit einem Bombenanschlag 168 Menschen. 2001 wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der Zahlencode "168:1" zeigt das "Erfolgsergebnis" an. 


Jugendkulturelle Codes 

14 Words

   

"14 Words" oder einfach nur "14" ist die Abkürzung für die aus 14 Worten bestehenden Phrase: "We must secure the existence of our people and a future for white children" ("Wir müssen die Existenz unseres Volkes und auch die Zukunft unserer weißen Kinder sichern"). Dieses "Glaubensbekenntnis" ist ein Zitat des US-amerikanischen Neonazis David Lane, der Mitglied der terroristischen Organisation "The Order" war.

Die "14 Words" werden häufig als Grußformel benutzt und finden Verwendung in Liedtexten und anderen Verbreitungsmedien.

Kategorie C / KC

 In polizeilichen Einstufungen von Fußballanhängern werden Fans (meist Hooligans) aus dem gewaltbereiten Spektrum als Personen der Kategorie C bezeichnet. Der Begriff ist in der Hooliganszene populär und findet Gebrauch auch unter Neonazis, die damit ihre permanente Gewaltbereitschaft ausdrücken wollen.

Keltenkreuz

 Das Keltenkreuz symbolisiert die "Vormachtstellung der weißen Rasse" und gilt als ein White-Power-Zeichen, das fast unbegrenzt verwendet wird. Oft wird auch der Buchstabe O durch ein Keltenkreuz ersetzt. Durch seine starke Verbreitung als Symbol von Neonazis und White-Power-Zeichen ist es in Deutschland fast unmöglich, das Kreuz als ein nicht-rassistisches Symbol zu sehen. Allerdings wird dies in Teilen des keltischen Spektrums versucht.

RaHoWa / Racial Holy War


Übersetzt lautet Racial Holy War , abgekürzt mit RaHoWa, "Heiliger Rassenkrieg" und bedeutet soviel wie "Kampf für die arische Rasse". Geprägt wurde der Begriff von der US-amerikanischen Neonazi-Organisation World Church of the Creator (WCOTC) geprägt.

In den neunziger Jahren gab es eine Band, die sich ebenfalls so nannte. Verwendung findet RaHoWa als Schlachtruf und Code der Neonazis sowie als Wandsprüherei, als Grußformel und als T-Shirt-Aufdruck.

WAR / WAW

WAR (White Aryan Resistance) bzw. "Weißer Arischer Widerstand" (WAW) ist ein Kampfbegriff, der als gemeinsames Label für rechtsextremen Terror benutzt wird.

Faktisch handelt es sich um den bewaffneten Arm der Anti-Antifa.

White Power (WP) / White-Power-Faust

 White Power ("Weiße Macht") meint "weiße Vorherrschaft" und ist das Gegenstück zur Faust der US-amerikanischen Black-Power-Bewegung. White Power ist in der Bedeutung mit dem Keltenkreuz vergleichbar.

Der Schriftzug "White Power" in Verbindung mit der White-Power-Faust ist zusammen mit dem Keltenkreuz das wohl meistverbreitete Symbol der neonazistischen Szene.

ZOG

ZOG bedeutet "Zionist Occupied Governement", übersetzt: "zionistisch besetzte Regierung", und wird von Neonazis als Code für die ersponnene "jüdische Weltverschwörung" gebraucht. Es wird dazu aufgefordert, auf einer militanten, terroristischen Ebene gegen die beschworene ZOG vorzugehen.

In Deutschland ist diese antisemitische Symbolik verboten und wird deshalb in der Öffentlichkeit kaum gezeigt.

Germanische Symbolik

Sehr weit verbreitet in der Neonazi-Szene sind auch germanische, pseudo-germanische und keltische Symbole. Dazu gehören (unter anderem) der heulende Wolfskopf, der Thorshammer, die schwarze Sonne (siehe dort), die Triskele und viele andere Symbole. Gerade mit diesen Symbolen muss man sehr vorsichtig sein, da sie zum größten Teil von Neonazis verwendet werden, aber zum Teil auch von Neo-Heiden, Gothics, Keltik-Fans oder sogar Rollenspielern getragen werden. Gerade deshalb kann man diese Symbole nicht zu 100% zuordnen; man kann sie also weder einfach als „ungefährlich“ klassifizieren und „historisch reinwaschen“, noch kann man sie komplett den Neonazis zuordnen und sie als eindeutigen Hinweis für eine rechtsextreme Gesinnung nehmen. Man sollte sich nur bewusst sein, dass man Gefahr läuft, beim Tragen dieser Symbole einer rechten Gruppierung zugeordnet zu werden und sich gegebenenfalls auf andere Weise deutlich von Neonazi-Gedankengut distanzieren. Siehe auch Tatbericht .

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Für Informationen bedanken wir uns herzlich bei den Leuten von der asp (agentur für soziale perspektiven), aus deren Broschüre "Versteckspiel - Lifestyle, Symbole und Codes von neonazistischen und extrem rechten Gruppen" wir uns bei den Erklärungen reichhaltig bedient haben.

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