Ein Bericht über die neonazistischen Umtriebe im Wetteraukreis - Stand 2009 - Als Beispiel für die starken Strukturen von Neonazis in ländlichen Gebieten in Hessen

Am Donnerstagabend gegen 23.15 Uhr sind Mitglieder der Antifa-BI auf dem Gelände des Hessentags in Butzbach von einer Gruppe junger Leute, die der Neonazi-Szene zugerechnet werden, mit Stiefeltritten und Schlägen angegriffen worden. Die BI hat eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gestellt und die Verletzungen im Kreiskrankenhaus in Friedberg dokumentieren lassen. (...)

Mitglieder der antifaschistischen Bildungsinitiative (Antifa-BI) hatten auf dem Hessentag Flyer mit der Überschrift „Es reicht" verteilt. In diesem Handzettel wenden sie sich gegen die zunehmende rechtsextreme Gewalt in der Wetterau und machen auf Übergriffe im letzten Jahr aufmerksam. „ Dabei sind uns mehrere Einzelpersonen und Gruppen aus der rechtsextremen Szene aufgefallen, von denen wir teilweise auch angepöbelt wurden", so die BI in einer Pressemitteilung. Die Flyer seien bei einer überwältigenden Mehrheit der Jugendlichen positiv aufgenommen wurden. Gegen 22.45 Uhr waren 600 Zettel verteilt, dann zogen die Jugendlichen über den Hessentag.(...)

Der Vorfall ist für die Antifa-BI ein Grund mehr, „ in Zukunft in der Wetterau deutlich öfter und mehr gegen die rechtsradikale Gewalt und die Aktionen von rechtsextremen Parteien an Schulen vorzugehen, um die weitere Rekrutierung und Entdemokratisierung von Schülern zu unterbinden".(...). Die BI betont, dass es dieses Problem im gesamten Kreis (hauptsächlich im Ostteil) gebe und hat die Stadt Butzbach dafür gelobt, dass mit dem Butzbacher Bündnis für Demokratie und Toleranz ein Anfang gemacht wurde, etwas dagegen zu tun. „Wir fordern alle Politiker, Vereine und Einwohner des Wetteraukreises auf, diesem guten Beispiel zu folgen, bei Übergriffen Zivilcourage zu zeigen und dieses Problem ernst zu nehmen", so der Vorsitzende der antifaschistischen Bildungsinitiative.

Quelle: Wetterauer Zeitung vom 13.06.2007

Dies war leider nur einer der Übergriffe auf Antifaschisten in der Wetterau!!!

- Im letzten Jahr wurden mehrere Mitglieder der Antifa-Bi am Bahnhof in Butzbach gezielt von Neonazis attackiert, ins Gleisbett getreten, mit Pflastersteinen beworfen und zusammengeschlagen. Wegen diesem Übergriff, bei dem es 4 Verletzte gab, wurde ein Neonazi zu 8 Monaten Bewährung und 500 € Strafe verurteilt.

- Bei einem anderen Übergriff in Butzbach wurden am Pendlerparkplatz zwei jugendliche Mitglieder der Antifa-Bi(w,15+m,16 Jahre alt) von mindest. 4 vermummten Neonazis abgepasst, angepöbelt und geschlagen.

Sie konnten weglaufen und die Polizei anrufen - Anzeige läuft

- Es gab mehrere Übergriffe von Nazis auf „südländisch aussehende" Jugendliche

-Auf einer Diskoparty in Münzenberg am Vatertag griffen ca. 40 Neonazis linke und" nicht deutsch aussehende" Jugendliche an und verletzten sie zum Teil erheblich. Die Polizei rückte mit einer

Hundertschaft an um die Situation unter Kontrolle zu kriegen. Dieser Vorfall war der Grund für die Gründung der Jugendinitiative „Aufmucken gegen Rechts“ in der Wetterau, aus der dann die Antifa-Bi hervorging.

Weitere Aktivitäten:

- Mehrere Mitglieder der SPD Wetterau und der Landrat erhielten wegen ihrem Engagement gegen Rechts in der Wetterau Drohbriefe, der Pfarrer aus Hoch-Weisel wurde mit einer Flugblattaktion im Ort diffamiert.

-Die Schulhof-CD wurde an vielen Schulen verteilt, zuletzt in Wölfersheim und Gedern sowie auch in verschiedenen Diskotheken. Da inzwischen die Partei-Cds komplett verteilt wurden, brennt die Wetterauer Npd die Cds nach, kopiert den Umschlag und verteilt munter weiter.

- Die ehemalige Schulsprecherin und jetziges Vorstandsmitglied der Npd Wetterau Josephine F. versuchte auf einer Schulveranstaltung in der Gesamtschule Gedern für die Npd aufs Podium zu kommen. Das gleiche geschah auch im Jugendbahnhof in Butzbach – dort leider erfolgreich.

- Bei Veranstaltungen gegen Rechts, letztens geschehen in Karben bei der Veranstaltung

„ Unrechtsbewusstsein“ tauchen immer wieder mehrere gestylte NPD-Kader auf um diese zu kapern. Sie hören sich die Vorträge an, beobachten das Publikum - vor allem die jüngeren Teilnehmer – genau,  um später in der Diskussion mitzumischen.

Dies ist die Umsetzung der NPD-Strategie der Wortergreifung. Ziel davon ist es, das Programm der NPD einem breiten Publikum zu präsentieren und als legitim erscheinen zu lassen. Somit hat nach Ansicht der NPD der politische Gegner die Arbeit der Vorbereitung und die NPD den Nutzen, weil sie ein Publikum erreicht, dass für sie sonst unerreichbar wäre.

In Karben zum Beispiel musste sich Prof. Benno Hafeneger, ein Rechtsextremismusexperte  aus Marburg die Hasstriaden des Herrn Zutt über Israel anhören, bevor dieser gestoppt wurde.

-Npd-Landesparteitag in der „Linde“ in Wölfersheim-Wohnbach mit ungefähr 100-150 Teilnehmern und einem grossen Polizeiaufgebot. Dies wurde nur bekannt, weil einige Antifaschisten dies im Nachhinein der Presse meldeten. Der  Wirt der Linde meinte gegenüber den Zeitungen, dass die NPD ja eine legale Partei sei und dies für ihn kein Problem darstelle. Update 2012: In der Linde finden keine Veranstaltungen der NPD mehr statt.

-Mehrere NPD-Schulungen in der Wetterau – im Schnitt 2 pro Monat
-„Wehrsportübungen“ in Hoch-Weisel in der Nähe des Zeltplatzes “am nassen Fleck“
-Hakenkreuze, rechtsextreme Schmierereien sowie Aufkleber in der Wetterau – vor allem in der Nähe von Schulen
- Ein Neonazi-Versandhandel mit Postanschrift in Friedberg, einer in der Waldsiedlung in Altenstadt
- Es werden Flugblätter von NPD und des “Nationalen Freundeskreises Wetterau“ verteilt

- Personen aus dem Umfeld der NPD-Wetterau betreiben mehrere rechtsextreme Homepages

- Der nationale Freundeskreis, der das Brauchtum und Kulturgut aufrechterhalten will und auch Korbflecht,- Kindererziehungs,- und Kochkurse für Frauen anbietet(daran erkennt man die gedachte Rolle der Frau),

- mehrere rechtsextreme Foren und Informationsseiten, wo dem „Nationalisten" alles geboten wird,
- eine „Jugend-Offensive", die wohl nicht-parteigebundene Jugendliche ansprechen soll,
- Nazis-Versandläden z.B, Front Records
- bis hin zur Homepage der NPD, auf der man sich mit aktuellen Wahlkampfmaterialien incl. Schulhof-CD versorgen kann.

- Ein Schüler des Weidiggymnasiums in Butzbach stellt unter dem Pseudonym ExodsPhoenix die „Woche",

selbstgedrehte Nazi-Sketche,

NPD-Propagandavideos,

Mitschnitte von Demonstationen,

Nazi-Statements zu versch. Themen

sowie Videos von demokratischen Gegendemonstranten

bei YouTube und anderen Internetplattformen ins Netz.

Er spielt auch selbst in manchen dieser Videos mit, in anderen ist Christian Müller zu sehen. Diese Videoclips sind mit vielen der o.g. Homepages verlinkt.

Damit bei Suchmaschinen wie google bei Suchwörtern wie „NPD" oder „Nazi" die gewünschten Seiten erscheinen, gibt es extra Firmen, die die NPD-Einträge in die vorderen Plätze stellen. Somit passiert es, das Schüler, die evtl. gerade für ein Referat recherchieren plötzlich auf unauffällig gestalteten Homepages mit neonazistischen, antisemitischen, antidemokratischen, rassistischen oder faschistoiden Inhalten landen.

- Es gab mehrere Rechtsrockkonzerte sowie Partys mit über 100 Besuchern. Eines davon wurde sogar im hessischen Verfassungsschutzbericht 2002 erwähnt. Dort lud ein „Nationaler Widerstand Büdingen" die Interessierten persönlich und schriftlich ein.

In Randstadt fanden auf dem gemieteten Hofgut eines ehemaligen NPD-Kaders mehrere Grossveranstaltungen statt. Die Nazis waren danach ab und an im Metalladen „Black Inn" in selbigen Ort. Dies wurde erst bekannt, nachdem der Mietvertrag wieder gekündigt wurde.

- Selbstverständlich gibt es auch Nazi-Bands aus der Wetterau

Beispiel:

Rachezug aus Hungen-Inheiden

Der „Wappenbund" aus Rosbach - zufällig in einer Auflage von 88 erschienen

-Der NPD-Kreisvorsitzende Daniel L. fährt im Wetterau,- bzw. Vogelsbergkreis gezielt zu Privatpartys, bringt dort Alkohol mit, um dort Schulhof-Cds bzw. Propagandamaterial zu verteilen und Nachwuchs zu rekrutieren. Am 28.06.2007 z.B. war er mit Josephine F. auf einer Abschiedsfeier der 10. Klasse der Gesamtschule Gedern in Gedern Ober Seemen. Nachdem er mehrere Personen sehr freundlich und nett über die NPD aufgeklärt hatte, fiel seine Anwesenheit den Veranstaltern auf. Diese machten von ihrem Hausrecht gebrauch. Daraufhin zeigte er sein wahres Gesicht und drohte ihnen damit, bald mit „Verstärkung" zurückzukommen.

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